Was ist Sisal?

Sisalagave

Als Sisal wird die Faser der Sisal-Agave bezeichnet, die zur Familie der Agavengewächse gehört. Zur Fasergewinnung bedient man sich der untersten Blätter der Pflanze, die bis zu eineinhalb Meter lang werden, dick und schwertförmig sind.

Die nahezu weißen Fasern werden mithilfe von speziellen Maschinen vom Blattfleisch getrennt und an der Sonne getrocknet, bevor sie zu 250 Kilogramm schweren Ballen gepresst an die Industrie ausgeliefert werden. Sisal ist besonders wegen seiner Eigenschaften und vielseitigen Verwendbarkeit beliebt. Unter anderem werden grobe Garne aus den Fasern hergestellt, aus denen wir schließlich unsere Sisalteppiche fertigen.

Die Sisal-Agave kam zu ihrem Namen, nachdem sie im 19. Jahrhundert erstmalig aus der mexikanischen Hafenstadt Sisal exportiert wurde. Bis dahin hieß die Pflanze Hennequen und war in Mittelamerika bereits seit hunderten von Jahren als Nutzpflanze bekannt.

Stachelige Blüte, faserige Blätter – die Sisal-Agave

Üblicherweise wird die bis zu zwei Meter hoch wachsende Agave einmal im Jahr geerntet, indem die Blätter am Ansatz der Pflanze abgetrennt werden. Zusätzlich wird die stachelige Spitze entfernt, bevor die Blätter gebündelt zur Verarbeitung weitergegeben werden.

Im sogenannten Faseraufschlussverfahren werden zunächst die Sisalfasern vom überschüssigen Blattgewebe getrennt. Um Reste von Chlorophyll und Pektin aus den Fasern zu spülen, verbringen sie eine Weile im Wasserbad. Im Anschluss werden sie in der Sonne ausgelegt, was die Fasern nicht nur trocknet, sondern sie zusätzlich ausbleicht. Im letzten Arbeitsschritt müssen die Sisalfasern ausgeschlagen oder ausgekämmt werden, um Reste vom Pflanzengewebe zu entfernen.

Brasilien – Land des Sisals

Zu den Produktionsgebieten der Agaven-Fasern gehören Brasilien mit mehr als der Hälfte der gesamten Weltproduktion sowie Tansania, Mexiko und China. Weltweit sind tausende von Menschen im Sisalanbau oder der Weiterverarbeitung der Fasern beschäftigt. Leider werden auch immer wieder Kinder auf den Plantagen eingesetzt. Daher ist es besonders wichtig, Sisalteppiche nur von Markenanbietern zu kaufen, da diese die Produktionsbedingungen streng überwachen.

Sisal – der junge Hüpfer unter den Naturfasern

Im Gegensatz zu anderen Naturfasern ist die Verwendung der Sisalfaser noch sehr jung. Den Nutzen der Pflanze erkannte man in unseren Breitengraden erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Leider wurde die Produktion mit der Erfindung der Kunstfaser drastisch verringert. Dieser Trend entwickelt sich in den letzten Jahren jedoch zurück. Der steigende Erdölpreis und vor allem das zunehmende Umweltbewusstsein der Menschen ließ das Interesse an der Verwendung von Sisal enorm steigen. Mittlerweile gehört die Sisal-Agave zu den fünf wichtigsten Faserpflanzen der Welt.

Die Eigenschaften von Sisal: robust und strapazierfähig

Sisal ist vor allem wegen seiner Eigenschaften so beliebt. Das Material ist überaus robust und strapazierfähig und relativ unempfindlich gegen Schmutz. Sisalteppiche eigenen sich daher auch perfekt für den Einsatz in gewerblichen Räumen.

Darüber hinaus ist Sisal frei von Schadstoffen, da die Agave überaus resistent gegen Schädlinge ist, was den Einsatz von Pestiziden überflüssig macht. Da Sisal außerdem ein nachwachsender und damit nachhaltiger Rohstoff ist, wird das Material bei umweltbewussten Menschen immer beliebter.

Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sich Sisalteppiche hervorragend für Allergiker. Die Fasern sind antistatisch und ziehen keinen Staub an. Sisal beteiligt sich aktiv an der Regulierung des Raumklimas, da die Fasern Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben können.

Sisal – vielseitige Verwendung

Die Verwendung von Sisal ist längst nicht auf schicke Wandteppiche und robuste Bodenbeläge beschränkt. Heute findet man die widerstandsfähige Faser in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Und da sie sich gut färben lässt, kommen Produkte aus Sisal heute nicht mehr nur im Naturlook, sondern sind auch in leuchtenden Farben erhältlich.

Sisal gilt heute als eine der wichtigsten Naturfasern und wird vor allem zur Produktion von Tauen, Seilen, Kordeln und groben Garnen verwendet, findet aber auch Einsatz als Füllstoff von Matratzen oder als Poliermittel für technische Zwecke. 

Sisal ist extrem zäh, zugstark und im Vergleich zu anderen Fasern extrem steif. Das schließt zwar eine Verwendung von Sisal in der Modeindustrie aus, öffnet aber eine Tür in die Welt der Verbundwerkstoffe.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Sisal kaufen

Egal ob als Schmuck für die Wand oder als Sisalteppich für den Boden, beim Kauf von Sisal gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten:

  • Ein an Ihr Zuhause angepasstes Maß ist meistens harmonischer als ein Standardmaß.
  • Als Naturfaser sollte Sisal nur trocken gereinigt werden.
  • Einen eventuellen Aufpreis für einen hochwertigen Fleckenschutz sollten Sie unbedingt in Kauf nehmen. 
  • Ist das Verhältnis zwischen Länge und Breite bei einem Läufer ungünstig, würde eine Bordüre zu Wellen im Läufer führen. Daher ist eine Kettelung vorzuziehen.
  • Achten Sie beim Kauf auf Qualität. Ein Indikator ist die Möglichkeit, Sisalteppiche nach Maß anfertigen zu lassen. Wer billige Kopien aus China importiert, kann keine Maßanfertigungen anbieten.

Wenn Sie mehr über Sisal erfahren möchten, legen wir Ihnen diesen Artikel des Freundeskreises Botanischer Garten ans Herz. Und in unserem Shop finden Sie viele verschiedene Sisalteppiche, die auch Ihr Zuhause bereichern könnten. 

Viel Spaß beim Shoppen.